10 Jahre ohne dich – Ein Brief an meine kleine Schwester

Annika,

seit zehn Jahren läuft das Leben ohne dich weiter und es fühlt sich noch immer unwirklich an. Ich kann den Tod nicht begreifen, obwohl ich ihn nicht leugnen kann. Diese Endgültigkeit treibt mich innerlich manchmal in die Verzweiflung und hinterlässt in mir diese Ohnmacht. Es ist nicht richtig. So sollte es nicht sein.

Und doch ist es so. Seit zehn Jahren sind wir ohne dich.

Wenn wir Mama und Papa besuchen und das Wohnzimmer voller Menschen ist, fühlt es sich dennoch nach zu wenig an. Da fehlt jemand. Du fehlst. Du und Samuel.

Weißt du eigentlich, dass wir Hannah nach dir benannt haben? Und ihr habt tatsächlich vieles gemeinsam: eure Kreativität, die immer wieder besondere Geschenke für andere hervorbringt, und euer Herz, das gerne mal zurücksteckt, damit es anderen gutgeht.

Fehlende Erinnerungen tun weh.

Es tut mir weh, dass du meine Kinder nie kennengelernt hast. Dass du nicht einmal wusstest, dass ich schwanger war, als wir zum letzten Mal mit einander geredet haben. Aber für deinen Neffen und deine Nichten bist du real. Wir reden über dich und sie freuen sich darauf, dich eines Tages kennenzulernen.

Heute ist ein schwerer Tag. Aber ich bin dankbar für all das, was wir gemeinsam erleben durften.

Ja, es gibt auch das ein oder andere, das ich bereue. Das ich gern, anders - besser - gemacht oder gesagt hätte. Aber du wusstest, dass ich dich liebe. Und das macht mein Herz ruhig.

Ich lasse dich los, kleine Schwester. Immer wieder. Und dennoch bleibst du ein Teil von mir.

In Liebe, deine Regina

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