Ein Brief an das vergangene Jahr

Liebes 2016,

willst du wirklich schon gehen?

Du hast wundervoll begonnen, mit Elan und Leidenschaft. Viele wundervolle, einzigartig unbezahlbare Momente haben sich auf dir niedergelassen. Augenblicke voller Freude und Dankbarkeit.

Und doch hinterlässt dein Gehen ein bedrückendes Gefühl in mir. Nicht dein Gehen selbst, sondern die Art wie du gehst. Ich will nicht, dass du so gehst, wie du in den letzten drei Monaten warst.

Deshalb schreibe ich dir heute. Ich möchte mich mit dir versöhnen. Ich bin nicht direkt böse auf dich, auch nicht enttäuscht von dir. Erschöpft ist wohl das richtige Wort. Du hast mich müde gemacht und nun willst du einfach gehen?

Was ist nur mit uns beiden passiert?

Ich habe es schon früher kommen sehen, fühlte mich aber machtlos, es zu verhindern.

Du warst am Ende so voll und so anstrengend. Und nun ist es schon fast zu spät.

Aber du hast ja Recht: Ich bin es gewesen. Ich habe dich zu dem gemacht, was du warst und bist. Ich habe dir Termine auf deine Zeilen geschrieben. Und ich habe dabei einige wichtige Treffen vergessen.

Vor allem aber war ich zu beschäftigt, um an das zu denken, was du mir in deinen ersten Monaten beigebracht hast - vom Träumen, vom Jetzt.

Verdrängt, weil ich nicht wusste, wie... im Durcheinander meiner Listen.

Nein, ich werde dich nicht so gehen lassen. Ich möchte dir danke sagen. Auch für die letzten drei Monate. So hart sie auch waren: Ich habe gelernt. Lektionen, die ich diesmal nicht vergessen möchte - das Dennoch und die Schönheit im Chaos.

Du hast mir gezeigt, was wichtig ist und dass es wichtig ist, genau hinzusehen, um es nicht zu übersehen. Und nun weiß ich, dass ich das Sehen wieder verlernen, aber auch neu lernen kann.

Du hast mich reicher gemacht, liebes 2016. Um Erinnerungen, lehrreiche Erfahrungen und ganz, ganz viel Segen.

Danke

rn_12862

2 Antworten

  1. Liebe Regina!

    Danke für deine Ehrlichkeit und deinen schönen Blog. Es tut gut zu lesen, dass es anderen Mamas genau so geht. Du bist einfach echt!
    Auch mein Jahr war zu vollund ich bin erschöpft. Ich spüre es in so vielen Momenten. Ich habe versucht neben einem Vollzeitjob mit drei Kindern auch noch in Teilzeit in meinem Beruf wieder einzusteigen nach 9 Jahren Vollzeit-Mama. Aber ich bin gescheitert… es geht einfach nicht…es ist zu viel. Und es fällt schwer dies zuzugeben.
    Aber jetzt freue ich mich auf den Frühling, weil ich dann wieder voll zu Hause sein darf und ich werde es sicher mehr schätzen als je zu vor. Es ist sooo gut Zeit für die Familie und auch für sich selbst zu haben.
    Ich denke mit mehr Ruhe werden wir neue Kraft schöpfen und in Zukunft weiser mit unseren Grenzen und dem Füllen es Kalenders umgehen.

    Ich wünsche dir viel Kraft und Gottes reichen Segen,
    Eva

    • Liebe Eva, ich freue mich mit dir, dass du bald wieder mehr Zeit und Kraft für deine Lieben hast. Und ich finde es sehr mutig, dass du es dir und anderen eingestehst. Ich wünsche dir, dass du wieder richtig aufatmen und neue Kraft tanken kannst, um ganz da zu sein. Alles Liebe und viel, viel Segen wünsche ich dir für dieses Jahr!
      Regina

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