Elternliebe verändert sich: Ein Brief an meinen Sohn

Ich sehe dich.

Ich sehe dich an und bin sprachlos. Ergriffen. Stolz und beeindruckt.

Als ich dich vor sieben Jahren zum ersten Mal im Arm hielt - klein, zart und hilflos - habe ich noch nichts von dem geahnt, was ich heute empfinden würde. Ich dachte, mehr lieben könnte ich nicht. Diese Tiefe, pures Glück, Staunen und Begeisterung.

Und dann deine ersten Wörter - Papa, Ball, Bär, Baby, Ben - deine ersten Schritte, deine durchdachten Fragen, dein Kuss auf meiner Wange, deine Kunstwerke und Briefe. Dich zu beobachten, wie du größer, selbstständiger und mutiger wurdest, war immer mit viel Stolz und einwenig Wehmut verbunden.

Und heute stehst du da, auf Füßen, die fast so groß sind wie meine, und mir wird klar, dass ich dich heute anders liebe als damals.

Immer noch mit Begeisterung und Stolz.

Aber auch mit Ehrfurcht und Demut, Spannung und Dankbarkeit.

Nicht wegen deiner Hilfsbereitschaft oder weil du der mit Abstand beste Bruder aller Zeiten bist.

Einfach nur weil du mein Junge bist.

Damals wusste ich nichts darüber, was du magst oder was für Gaben du hast. Heute kenne ich dich besser.

Und ich ahne, wie viel noch in dir steckt.

Du wirst die Welt verändern, mein Sohn des Glücks.

Dein wacher Verstand wird seinen Teil beitragen, aber vor allem dein Herz. Dein Herz, das so voller Glaube und Hoffnung ist.

Und ganz ehrlich: Ich glaube nicht, dass dies mein Verdienst ist. Du bist ein ganz besonderes Geschenk. Trotz meiner vielen, vielen Fehler - ungeduldige, manchmal harte Worte, ungerechte Entscheidungen - bist du so wundervoll. Und dieses Wunder, das hat jemand anders in dich hineingelegt. Und mich - die ganze Welt - beschenkt.

Mama

 

Diesen Brief habe ich schon im September, kurz nach Bens siebtem Geburtstag, geschrieben. Und erst jetzt komme ich dazu, ihn fertig zu stellen. Dabei merke ich, dass diese Gedanken und Gefühle heute nochmal intensiver sind. Ich könnte platzen vor Liebe und Glück, wenn ich ihn ansehe. Und seine Schwestern. Und die Bilder seines Brüderchens. Und seinen Vater. Hach...

Wie geht es denn den anderen Mamis da draußen? Ich habe das Gefühl, ich versuche, etwas zu beschreiben, was nicht zu erklären ist. Doch ich spüre ganz deutlich, dass sich die Liebe zu meinen Kindern verändert, tiefer und reifer wird. Wie empfindet ihr das? Schreibt mir doch bitte ein Kommentar dazu, denn das interessiert mich sehr!

 

Ben hat sich eine Agenten-Party gewünscht 🙂

Ich habe mich dafür auf Pinterest inspirieren lassen und bin auf einige praktische Druckvorlagen (hier und hier) gestoßen. Die Einladungskarte finde ich besonders cool: Ein Umschlag mit einer Geldmünze, mit der man die geheime Botschaft aufrubbeln kann (hier geht es zur Anleitung).

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Morgens warten einige Pakete auf den Geburtstagsjungen. Um ehrlich zu sein habe ich schon vergessen, was da alles drin war. Das Hauptgeschenk war auf jeden Fall ein Pennyboard - das hat er sich sehnlichst gewünscht. Und natürlich gab es wie jedes Jahr ein Buch. Diesmal: Der Traum der drei Bäume*.

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Und das traditionelle Geburtstagsfrühstück bestehend aus Nutella 🙂

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Eigentlich wollte Ben nur zwei Kinder einladen, weil er unbedingt einen ???-Geburtstag haben wollte. Aber dann sollten doch noch zwei weitere Freunde kommen und so wurden es kaffeetrinkende Geheimagenten.

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Wehe es fragt jetzt einer, was die Schnuller da sollen. Das sind nämlich Lupen 🙂

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Die Geburtstagsgeschenke von Bens Freunden bestanden ausschließlich aus verschiedenen ???- Büchern, CDs und einem Spiel und zwei Büchern von Schlunz.

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Wäre das Motto ??? gewesen, hätte ich natürlich einen Kirschkuchen machen müssen.

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Zu einer Kinderparty gehört unbedingt eine Schatzsuche, meinen unsere Kinder. In diesem Jahr hat es mir besonders viel Spaß gemacht, diese zu planen.

Die Herausforderung begann schon im Treppenhaus. Rote Woll-Laserstrahlen mussten überlebt werden.

Draußen ging es dann weiter. Auf den Baum, über das Geländer, die Rutsche und und und. Und das als Team. Zum Schluss musste sich jeder ein Fahrzeug aussuchen, mit dem die Jungs ins Ziel fuhren - Tretroller neben Bobbycar und Dreirad.

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Alle hatten die Prüfung mit Bravur bestanden und ihre Agentenausweise mehr als verdient. Dann ging es auch schon direkt los zur ersten Mission. Jeder von den Jungs hat ein Hilfsmittel bekommen.  Ben durfte den ersten Hinweis vorlesen.

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Alex war vorher mit den Mädchen im Fahrradanhänger unterwegs und hat die weiteren Hinweise versteckt. Auf dem Turm hatten sie besonders Schwierigkeiten den nächsten Zettel zu finden. Es war herrlich, sie dabei zu beobachten.

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Geschafft: Obstbäume! Auf geht´s...

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Nun muss nur noch die Aktentasche gefunden werden, in der sich die Geheimwaffe befand: Ein Schweizer Taschenmesser - noch ein Wunsch, der in Erfüllung ging.

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Ich liebe Kindergeburtstage!

Kurz vorher gerate ich doch noch in Zeitdruck, aber meine Listen helfen mir, den Überblick zu behalten.

Eigentlich würde ich den Kindern gern häufiger Briefe schreiben. Ich habe sogar mal Bücher dafür gekauft. Doch zumindest zum Geburtstag sollen sie einen Liebesbrief von mir bekommen. <3

 

Und zum Schluss noch einmal die Frage:

Wie empfindest du das mit der Liebe zu deinen Kindern? 

 

4 Antworten

  1. Oh man. Könnte gerade heulen! So treffend!
    Ich habe einen Brief an meinen Sohn geschrieben, da war er wenige Monate. Der wurde sogar in einem Buch bei Bertelsmann veröffentlicht.
    Und gerade vorletzte Woche schrieb ich einen erneuten BRief an meinen Sohn. Er wird 13!
    Seine Schuhe sehen neben meinen aus wie U-Boote, nur wenige Zentimeter trennen ihn davon auf mich herab zu sehen und er wird so viel reifer und klüger und weitsichtiger, dass man manchmal nicht weiß, ob man kindlich oder schon recht erwachsen reden soll.
    Es tut gut, wenn so ein halber Riese einen drückt und versteht, was es bedeutet, dass Eltern einen lieb haben.
    Gott sei Dank, dass wir diese Verantwortung NIE allein tragen.
    Als er klein war, dachte ich, dass diese laaaange und aaaanstrengende Babyphase schwer ist. Aber mittlerweile glaube ich, dass das Sprichwort “Kleine Kinder kleine Sorgen….usw” absolut passt.

    Ich muss den Brief unbedingt drucken und meinem Sohn hinlegen. Hatte ihn nur erst mal geschrieben, aber noch gewartet.

    Dein Brief ermutigt mich, ihm den mal auf sein Kissen zu legen!

    DANKE :-*

    • Liebe Bettina,
      wow 13! Da bist du ja wirklich schon ein ganzes Stück weiter als wir. Aber auch ich habe das Gefühl, dass die Herausforderung größer wird, für die Kinder da zu sein. Allerdings werden auch diese Glücksmoment immer intensiver. Ich habe den Brief meinem Sohn vorgelesen, während er neben mir saß. Sei Kopf rutschte auf meine Schulter und irgendwann hat er sich ganz fest an mich gedrückt. Das macht so viel mit den Kindern. Si wertvoll!

  2. Liebe Regina,

    dein Brief und der Bericht vom Geburtstag sind wunderschön, danke, dass du das mit uns teilst. Fühl dich gedrückt du liebe Liebe! 🙂
    Love, anni

  3. Wow. So wunderschön geschrieben. Auch alle deine anderen Posts. Mein Sohn wird dieses Jahr 6 und ich muss auch mit der Zeit feststellen das ich ihn jetzt anders liebe. Du hast einen ganz tollen Brief an ihn geschrieben das motiviert mich auch einwenig 🙂 Gottes Segen für Dich und Deine Familie

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