Es ist nur ein Haus – Bau-Update #2

Seit meinem ersten Bau-Post ist viiiiel passiert auf unserer Baustelle. Und es mussten so einige Entscheidungen getroffen werden. Der Rohbau war in wenigen Wochen fertig, das Dach wurde Anfang November von Alex, seinem Vater, Brüdern und Schwager gedeckt. Die Fortschritte waren rasant, die Euphorie groß.

Euphorie

Es ging uns richtig gut und bis dahin hatten wir weder das Gefühl, gestresst zu sein noch dass unsere Ehe viel auszuhalten hatte, was uns immer wieder von anderen vorausgesagt worden war. Wir waren einfach nur glücklich zuzusehen, wie unser Traum Formen annahm.

In dieser Phase habe ich auch noch einige Bilder gemacht...


Die Kinder sind auch gern auf der Baustelle gewesen, besonders dann, wenn der Kran im Einsatz war.


Alex auf dem Haus unserer Nachbarn.

Ben hat immer wieder geholfen und hatte seinen Spaß bei dieser praktischen Arbeit. Und natürlich hat er die Zeit mit Papa sehr genossen.

Entscheidungen

Ich habe hin und wieder mit angepackt, aber im Gegensatz zu einer Freundin, die auch gerade am Bauen ist, bin ich nur selten auf der Baustelle. Ich bewundere dich, Eva!

An einem Wochenende haben wir aber den Dachüberstand streichen müssen und dafür mussten wir uns für eine Farbe entscheiden. Wir standen im Baumarkt und hatten die Qual der Wahl. Es soll ja alles harmonieren und da wir eine Holztür haben wollen, muss der Farbton weise gewählt werden. Was hab ich mir anfangs Druck gemacht.

Bis ich zu der Erkenntnis kam: Hey, es ist nur ein Haus. Wir wollen ein Zuhause für uns schaffen und einen einladenden Ort für Gäste. Es soll zu uns passen, aber es wird uns nicht definieren und wir wollen uns davon auch nicht abhängig machen. Wobei wir das finanziell ja schon irgendwie getan haben, aber unsere Herzen sollen frei sein. Also haben wir uns einfach für die Farbe entschieden, die uns intuitiv am besten gefallen hat. Das wird schon passen. Es ist nur ein Haus. (Ich hoffe, diesen Satz wird Alex mir nicht vorhalten, wenn es um die Inneneinrichtung geht...)

Müde

Tja, und dann musste Alex mit der Elektrik beginnen und einige andere Dinge mussten erledigt werden, bis die Verputzer kommen durften. Mein Mann hat sich von Freunden beraten lassen, sich viel angelesen und ging dann voller Elan an die Arbeit. Auch Ben hat diese Aufgabe anfangs Spaß gemacht. Aber irgendwann kam der Punkt, an dem die Müdigkeit durchbrach. Für die Kinder hatte die Baustelle inzwischen den Reiz verloren und wir mussten uns alle daran gewöhnen, dass Alex jeden Tag nach der Arbeit auf der Baustelle war und manchmal noch nicht mal zum Abendessen nach Hause kam.

Im Januar wuchs der Termindruck und er fuhr manchmal nochmal zum Bau, während die Kinder schon schliefen oder er blieb so lange weg, dass ich die Kinder allein ins Bett bringen musste, wobei er normalerweise derjenige ist, der abends die Geschichten vorliest. Das alles am Ende eines Halbjahres, wenn es viel zu korrigieren und Noten zu verteilen gibt, war sehr herausfordernd. Vor allem für Alex auf körperlicher Ebene. Er war müde und kaputt.

Vorfreude

Seit die Verputzer aber losgelegt haben und nun die ersten Zimmer schon fast aussehen, als könnte man bereits einziehen, werden neue Kräfte in ihm frei und er kommt wieder mit einem breiten Grinsen nach Hause.

Zwischendurch wurden die Fenster eingesetzt, die Wasseranschlüsse und Abflussrohre sind verlegt. Wir haben unsere Küche und die Treppen bestellt. Die Suche nach einer Eingangstür gestaltet sich schwierig. Doch in dieser Woche muss auch diese bestellt werden. Ich bin gespannt!

Nun sind die Fortschritte wieder offensichtlicher und das gibt neuen Antrieb. Wir können es immer noch nicht fassen, dass wir in ungefähr drei Monaten umziehen und in einem Haus wohnen werden. Sicher wird der Sommer noch von viel Arbeit geprägt sein, aber wir werden dann die Abende in unserem eigenen Garten ausklingen lassen.

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