Familienpicknick an Samuels Todestag

Wie versprochen erzähle ich euch hier, wie Samuels 3. Todestag für uns weiterging. (Hier geht es zum ersten Teil.)

Ein Picknick wollten die Kinder also.

Mir war überhaupt nicht danach. Alex hat ein paar Kleinigkeiten eingekauft, Obst geschnitten und es ging los. Wohin? - Mal schauen, erstmal an unserem kleinen Wald vorbei, an den sich die Obstbäume anschließen. Felder und Pferde. Ein Anstieg, der uns den Spaß zu rauben drohte. Und schließlich ein traumhaftes Plätzchen mit atemberaubendem Ausblick über das wunderschöne Rheinland.

Ich hatte es nicht erwartet, aber wir hatten an diesem 1. August einen vollkommenen Nachmittag. Ich kann nur wieder sagen: Kuss von Gott.

Ich war nicht nur überwältigt davon, dass es eine so tolle Zeit für uns als Familie war, sondern auch davon, dass ich wieder einmal erleben durfte, wie gut Gott zu uns ist. Ich bin sooo beschenkt.

Meine Entscheidung steht fest: Ich lasse die Wut darüber, was ich nicht habe, los und nehme dankbar an, was ich habe (Dankbarkeit statt Wut). Ich bin dankbar. Wie könnte ich nicht? Ich habe es doch schon so oft gesehen und erlebt, wie er sich um mich kümmert, wie er es immer wieder schafft, mir ein Lächeln zu entlocken, wenn alles trostlos zu sein scheint.

Einen Tag zuvor hätte ich nie erwartet, dass wir an diesem schweren Tag so schöne Bilder bekommen würden. Aber: Wir hatten einen traumhaften Nachmittag, haben viel gelacht und wertvolle Erinnerungen geschaffen. An Samuels 3. Todestag. Und das ist schön. Es fühlt sich nicht falsch an. Denn wir haben unsere Familie gefeiert - uns sechs. Und in all der Freude und diesem puren Glück, das wir dabei empfanden, und sicher nicht zuletzt wegen dieser herrlichen Aussicht, haben wir uns dem Himmel noch ein Stück näher gefühlt. Wir freuen uns so sehr auf das Leben nach dem Tod, aber wir genießen auch das, was wir jetzt haben. Es ist ein Geschenk. Jeder einzelne Tag.  rn_16107

Hannah macht sich ihre Zöpfe jetzt meistens selbst. Wie groß sie schon ist...

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Selbst sein Pfeifen zeigt, wie musikalisch er ist!

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Da möchte man ihr direkt einen dicken Kuss auf die Wange drücken oder?!!

rn_16120Der 1. August ist ein Tag für mein "Samuel-Kleid". Ich habe es gekauft, als ich mit ihm schwanger war und dann einmal an Valentinstag getragen, während er noch munter in meinem Bauch geturnt hat.

Das nächste Mal kam es an seiner Beerdigung zum Einsatz. Wir hatten uns entschieden, grün zu tragen, weil es seine Farbe war. Nicht weil es Hoffnung bedeutet, sondern weil Bens Farbe blau war, Hannahs pink und dann war Samuels halt grün.

An seinen Geburts- und den Todestagen habe ich bisher immer dieses Kleid getragen, weil mir danach war. Ich frage mich, ob ich damit ein Zeichen setzen möchte wie: Hallo, heute ist ein Samuel-Tag. Frag mich bitte, wie es mir geht. - Ich weiß es nicht. Mir ist dann einfach nach diesem Kleid.
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Paradiesisch oder? - Für uns auf jeden Fall. Nur 10 Minuten von der Haustür entfernt. Ok, mit Kindern sind es eher 30.

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Unser großer Junge war total angetan von dieser Aussicht. Diese Haltung hat er immer, wenn er konzentriert beobachtet. Ich liebe es... rn_16189 rn_16190 rn_16199 rn_16206

Suchbild: Finde Emmi.rn_16211

Dieses Kleid hat schon wirklich viele Geschichten zu erzählen... (siehe Mein Gastbeitrag bei Lena)

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Die ??? auf Mission. Ben und Hannah sind richtig aufgeblüht in ihren Rollen. Sie haben eine verlassene Feuerstelle gefunden. Was mag sie wohl bedeuten??? rn_16323 rn_16326

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Verliere nie die Faszination an einer Blume.

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rn_16414Suchbild: Wo ist Hannah?rn_16420 rn_16422

Ob der 1. August seinen Schrecken nun verloren hat? Ich werde es euch im nächsten Jahr sagen. rn_16437

4 Antworten

  1. Wundervolle Familie!!!! Ihr seid so gesegnet!! Bin sehr berührt von eurer Geschichte!
    Und Jesus wird jede Träne sammeln, ER wird den Schmerz in Freude wandeln!
    Und er kümmert sich um Samuel, wie er sich auch um unsere drei ❤️im Himmel kümmert!
    Es ist gut und wichtig, dass die Geschwister um jedes Gefühl wissen, was wir Eltern haben, wenn wir an die Kinder denken, die wir nicht im Arm halten können.
    Unsere Schätze sprechen oft darüber.

    Die Fotos sind echt toll! Seid reich gesegnet!!!

    • Heidi, vielen Dank für dein Kommentar! Ja, wir haben auch gemerkt, dass es wichtig ist, dass die Kinder unsere Emotionen kennen und verstehen, auch um ihre eigenen einordnen zu können. Ich habe das Gefühl, je älter sie werden, umso bewusster wird ihnen ihre Trauer, die sie vorher gar nicht richtig ausdrücken konnten.
      Vielen Grüße an deine Familie!

  2. […] Also packten wir den Korb, den Alex und die Kinder mir mal zum Geburtstag geschenkt hatten, und machten uns auf den Weg… Wohin dieser Weg uns führte, seht ihr im nächsten Beitrag: Familienpicknick an Samuels Todestag. […]

  3. Zufällig bin ich auf deinen Blog gestoßen und mein Herz blieb für einen kurzen Moment stehen-allein den Namen Samuel zu lesen löst das schon aus! Es tat gut deinen alten Blog daraufhin zu lesen und wie sehr ich dich verstehe! Vor einem halben Jahr ist unser Samuel aufgrund seines schweren herzfehlers gestorben! Möge Gott euch weiterhin zum Segen machen.
    Unbekannte Liebe Grüße
    Olga

    • Olga, ich würde dich jetzt so gerne in den Arm nehmen. Ich weiß gar nicht, was ich schreiben soll. Ein halbes Jahr lebt ihr schon ohne euren Samuel. Das erste Jahr war für mich wirklich das schwerste oder das intensivste, was die Trauer angeht. Man sagt ja, danach wird es leichter. Ich würde sagen, es wird anders. Aber darauf möchte ich dich nicht vertrösten. Ich wünsche euch, dass ihr euch ausweinen könnt, wenn euch danach ist und dass ihr Menschen an eurer Seite habt, die das aushalten. Ich wünsche euch, dass ihr dem Himmel und auch Gott dadurch näher seid und ihm eure Fragen abgebt, ohne auf eine Antwort zu bestehen. Ich bete, dass ihr Frieden habt. Trotz Trauer, Wut und Verzweiflung. Und dass ihr lernt, wie ihr eure Trauer in euer Leben integrieren könnt, statt zu versuchen, sie irgendwann abzuhaken. Ganz viel Kraft wünsche ich euch!

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