Gottvertrauen… Und das Gebet um ein Wunder

(Diesen Artikel habe ich im  Juni 2013 auf www.lily-white.de veröffentlicht. Das Lied von Lauren Daigle "Trust in you" hat mich wieder an ihn erinnert. Mein Herz weiß, dass diese Wort wahr sind. Aber auch schwer. So richtig schwer.

Was tun wir, wenn unsere Wünsche und Vorstellungen vom Leben nicht eintreffen. Wenn Gott auf unser Gebet mit Nein antwortet. Was dann?

Ich wünsche uns allen, dass wir immer - auch unter Tränen oder mit Wut im Bauch - sagen können: Ich vertraue dir.)

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Eigentlich sollte das eine Andacht für junge Mütter werden. Ich habe damit angefangen, dass wir unsere Kinder nicht selbst beschützen können. Wir müssen sie loslassen. Ich schrieb über meine Angst, meinen ältesten Sohn in den Kindergarten zu entlassen und nicht zu wissen, welchen Einflüssen er dort ausgesetzt ist und wie man dort mit ihm umgeht. Mein Mann und ich dachten, wir hätten in den vergangenen Monaten so viel über Gottvertrauen gelernt – wie er uns durch die Zeit seiner Prüfungen, meine Schwangerschaftsbeschwerden und das Schreiben des Andachtsbuches hindurch getragen hat… Nie hätten wir gedacht, dass das nur die Vorbereitung auf eine viel größere Lektion war.

Unser Leben war so gefüllt von Aufgaben und die Gedanken darum, was sich bald alles verändern wird, bis plötzlich alles an Bedeutung verlor, als die Ärzte uns mitteilten, dass unser Baby krank ist. Und nun wissen wir gar nichts mehr. Wir wissen nicht, wann das Baby auf die Welt kommt. Und schon gar nicht, woran es genau leidet. Es muss wohl nach der Geburt am Herzen operiert werden, aber was kommt da alles auf uns zu? Und wie wird sich das alles auf unsere beiden Großen auswirken? Mein Kopf war tagelang voller Fragen und mein Herz war von Trauer erfüllt.

Mich beschäftigte vor allem ein Gedanke: Ich weiß, dass Gott unseren Sohn gesund machen kann. Ich las die Geschichte in der Bibel, wie Gott den Sohn einer Frau durch Elisa wieder zum Leben erweckt hat. Und ich schrieb in mein Gebetsbuch, dass ich nicht locker lasse, sondern um völlige Heilung beten werde! Der Name unseres Jungen soll Samuel sein, das steht schon lange fest. „Von Gott erbeten“ oder „Gott erhört“ ist seine Bedeutung. Das weckt so viel Hoffnung in mir.

Aber ich weiß auch, dass Gott nicht immer tut, was er kann, weil sein Plan anders ist als unsere Wünsche. Er macht nicht jeden gesund, für den gebetet wird. Er kann es, aber er tut es nicht. Und ich glaube nicht, dass zu wenig Glaube der Grund dafür ist. Was ich aber weiß, ist, dass Gott den besten Weg kennt. Er ist vollkommen gut, weise und gerecht. Das ist meine tiefe Überzeugung und das hat er uns schon so oft bewiesen.

Gott kann, aber was ist, wenn er nicht will? – Zuerst dachte ich, diese Frage entspringt meinem Kleinglauben. Sollte ich nicht in voller Überzeugung beten, dass Gott mir das schenken wird, worum ich ihn bitte? Ich bitte Gott darum, dass er mein Baby heilt, weil ich weiß, dass er das kann. Und ich bete darum, dass er seinen Namen dadurch groß macht. Doch wenn er einen anderen Plan mit uns hat, dann wollen wir ihm dennoch folgen, weil wir den besten Weg gehen wollen.

Meine Frauenärztin sagte: „Manchmal macht die Natur einfach Fehler.“ Und in diesem Moment wusste ich, egal, woran unser Samuel leidet, er ist ganz sicher kein Fehler. Gott hat ihn genau so sorgfältig und liebevoll in meinem Bauch geformt wie seine Geschwister, die gesund und gelassen durch ihr Leben hüpfen. Gott sorgt für ihn.

Manchmal überfällt mich immer noch die Angst, vor dem was sein könnte und dennoch fühle ich mich so getragen. Ich flehe Gott an, Samuel gesund zur Welt kommen zu lassen und weiß gleichzeitig, dass er tun wird, was am besten ist. Und das macht mich ruhig.

(Eine Übersetzung des Liedes "Trust in you" von Lauren Daigle gibt es auf meiner Facebook-Seite: https://www.facebook.com/beschenkt)

2 Antworten

  1. Liebe Regina!
    Unsere Maushat gerade ihre Eingewöhnung im Kindergarten und da ist “Vertrauen” gerade DAS Thema, worüber ich wieder vermehrt nachdenke. Vielen Dank dir für die tiefen Wahrheiten, die mich in meinem Alltag ermutigen.
    Liebste Grüße,
    Lena
    PS: Danke, dass du die schönen Bilder von Samuel mit uns teilst. Er sieht so liebevoll geborgen aus.

    • Ach ja, Lena… Die Sache mit dem Vertrauen. Ich glaube, diese Lektion müssen wir immer mal wieder lernen…

      Ich freu mich voll, dass du die Bilder von Samuel so siehst 🙂 Danke!! Ich teile die Bilder gerne – schließlich bin ich stolz, seine Mama zu sein 🙂

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