Ich bin auch eine Mutter

Das Geschenk, Mutter zu sein

Am Sonntag ist Muttertag. Meine Kinder haben in der Schule Geschenke gebastelt. Es sind jedes Jahr liebevoll gestaltete Kunstwerke. Was es dieses Mal wohl ist?

Ich mag den Muttertag. Nicht nur wegen der Geschenke oder weil die Männer unserer Gemeinde ein üppiges Mittagessen vorbereiten werden, damit sich ja keine Frau an den Herd stellen muss. Vor allem werde ich daran erinnert, was für ein riesiges, unbezahlbares Geschenk es ist, Mutter zu sein.

Ich bin Mutter. Von vier Kindern. Eins davon ist ein Himmelskind.

Eine Mutter ohne Kind

Doch was ist, wenn das erste Kind nicht nach Hause kommt? Weil das Herz schon im Bauch der Mama aufhört zu schlagen. Oder wenn es Komplikationen bei der Geburt gibt. Oder wenn es aufgrund einer Krankheit nur wenige Atemzüge macht. Oder wenn es nur wenige Male in seiner liebevoll hergerichteten Wiege liegen kann.

Jede Geschichte ist anders. Aber eins haben diese Frauen gemeinsam: Sie alle sind auch Mütter. Man sieht es ihnen nur nicht an. Sie haben die Liebe einer Mutter im Herzen, vielleicht zeigt der Körper noch Spuren der Schwangerschaft. Aber da ist kein Baby. Und niemand, der sie am Muttertag umarmt.

Eine kleine Aufmerksamkeit

Manchmal wissen es Außenstehende noch nicht einmal. Und wenn doch, dann trauen sie sich oft nicht, etwas zu sagen, wissen nicht was. Wir denken uns nur, dass der Muttertag sicher kein leichter Tag für sie ist. Doch wie wäre es, wenn wir ihr eine liebevolle Aufmerksamkeit zukommen lassen, die ihr zeigt, dass wir ihr Kind nicht vergessen haben.

Es kann aber sein, dass die Frau selbst sich nicht als echte Mutter sieht. Es kann sein, dass sie sehr sensibel auf das Thema reagiert. Manche möchten keine Aufmerksamkeit, sondern diesen Tag einfach irgendwie hinter sich bringen. Doch meiner Erfahrung nach ist Schweigen schlimmer als ein hilfloser Versuch, das Richtige zu tun. Deshalb schlage ich vor, dass wir sehr behutsam vorgehen, wenn wir nicht wissen, wie viel Offenheit da ist. Aber natürlich sollten wir es auch respektieren, wenn sie nicht darüber reden möchte.

  • Ein stiller Gruß in Form einer Karte im Briefkasten mit wertschätzenden Worten
  • Eine Blume vor ihrer Tür

Falls sie offener damit umgeht:

  • Schick ihr ein Lied, z.B. I will carry you oder Hug him once for me
  • Schreibe ihr einen Brief, den ihr Kind an sie formuliert haben könnte (ein Beispiel findest du unten) oder einen Liebesbrief von Gott
  • Vielleicht findest du ein passendes Symbol oder eine Figur von Willow Tree

Das kannst du natürlich auch für Mütter tun, die noch andere Kinder haben. Denn der Platz eines verstorbenen Menschen wird niemand anders einnehmen und die Trauer bleibt ein Leben lang. Sie verändert sich und wir lernen, wieder glücklich zu sein. Aber ein Kind zu beerdigen, hinterlässt immer ein großes Loch im Herzen.

Ein Liebesgruß aus dem Himmel

Meine liebe Mami,

heute ist Muttertag und ich will dass du weißt, dass ich dich sehr lieb habe. Ich wollte so gern bei dir sein, mich an dich kuscheln, deine Stimme hören und mir die Welt von dir erklären lassen. Doch leider mussten wir uns so schnell wieder trennen. Dennoch sollst du wissen, dass ich für immer dein Kind bleibe, auch wenn du mich nicht an die Hand nehmen kannst. In dir hat mein Leben begonnen, mein Herz hat geschlagen, ich habe deine Stimme durch die Bauchdecke gehört und du hast meine Tritte gespürt. Diese Zeit kann uns niemand nehmen. Unsere Verbindung kann durch nichts ausgelöscht werden. Ich bin für immer dein Kind und du wirst immer meine Mama sein.

Dein Himmelskind

2 Antworten

  1. Liebe Regina! Das hast du schön geschrieben. Die “verschiedenen Mutterschaften”. Auch die der Himmelskinder, die schon im Mutterleib zu unserem Herrn gingen. Ich habe auch 2 davon. In diesem Zusammenhang habe ich noch die “geistlichen Mütter” im Blick, worüber ich mich auch mal auf meinem Blog ausgelassen habe. Wie ältere Frauen jüngeren Frauen Hilfe und Halt geben können, sie von unseren Erkenntnissen, Fehlern, Glaubensschritten udgl. etwas mitnehmen können. Ich wünsche dir morgen einen schönen Muttertag. Das ist eine schöne Zeit, wo noch gemalt und gebastelt wird. Herzlichst, deine Sandra aus dem Sommerzimmer.

    • Vielen Dank, liebe Sandra! Ja, das Thema “geistliche Mütter” liegt mir auch sehr am Herzen. Ich schau gleich mal bei dir vorbei 😉
      Ich wünsche auch dir einen wunderschönen Tag morgen mit deinen Großen! Alles Liebe, Regina

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