Mami allein on Tour #2: Vier Tage allein im Kloster

Morgen ist es so weit. Was habe ich lange auf diese Möglichkeit gewartet. Und jetzt geht es mir irgendwie schon fast zu schnell. Vier Tage allein. Wirklich ganz allein.

Da ist dieses große Projekt, an dem ich gerade schreibe. Doch im Alltag ist es für mich sehr schwer, daran zu arbeiten. Es gibt Mütter, die das schaffen. Aber für mich funktioniert es gerade nicht. Deshalb fahre ich jetzt über die Karnevalstage weg.

Jedoch nicht in ein Hotel. Ich habe das letzte Einzelzimmer in einem Kloster ergattern können. Es will wohl so manch einer vor Karneval fliehen. Auch wenn ich nicht katholisch bin, freue ich mich sehr auf diese besondere Atmosphäre. Früher konnte ich damit nichts anfangen, ich fand die Kirchen einfach schön und interessant, weiter nichts. Bei Johannes Hartl habe ich dann gelesen: "Man muss sie auch sehen und riechen können, die Heiligkeit." Das passt zu dem, was mir in den letzten Jahren immer wichtiger wurde: Ich möchte Gott nicht nur als guten Freund sehen, sondern als den König, der er ist. Wenn ich vom Leben Jesu lese, dann werde ich von Ehrfurcht gepackt, weil mich seine Heiligkeit so fasziniert und demütig macht.

Abgesehen davon glaube ich, dass es uns allen hin und wieder guttut, allein zu sein. Um uns zu besinnen, neu zu orientieren und zu träumen. Ich habe schon häufiger den Ratschlag gehört und gelesen, dass man sowohl als Ehepaar einmal im Jahr wegfahren sollte und einmal allein. Das wollen wir in diesem Jahr beides wieder angehen. Bevor unsere kleine Emma kam, hatten wir das schon zur Tradition erklärt, die wir nun wieder aufgreifen möchten.

Ich werde diese Zeit nicht nur zum Schreiben nutzen, sondern auch, um endlich mal wieder so richtig ausführlich mit Gott zu reden. In den letzten Monaten habe ich das wirklich vermisst. Einerseits war das Ende des letzten Jahres sehr geschäftig, wie ich hier schon geschrieben habe. Und andererseits ist unser Alltag immer wieder im Wandel. Meine Mittagspause fällt nämlich an den meisten Tagen weg. Die Zeit, in der ich sonst immer in Ruhe in der Bibel lesen konnte, in der einen Hand meinen Latte Macchiato, in der anderen ein Stück Schokolade. Dann konnte ich manchmal noch schreiben oder ein Buch lesen oder Fotos bearbeiten. Jetzt probiere ich gerade andere Möglichkeiten aus, während des Tages durchzuatmen.

Was ich mir für die Tage im Kloster vornehme:

  • Jeden Tag einen Spaziergang zum See oder durch den Wald
  • Eine Stunde Gebet in der Kirche
  • Mein Prayerbook voll schreiben
  • Die Evangelien lesen
  • Ein anderes Buch lesen, vielleicht
  • Ganz viel schreiben
  • und durchschlafen üben

 

Im letzten Sommer haben wir einen Ausflug zum Kloster Maria Laach gemacht. Es war Klostermarkt, sodass es wirklich voll war. Ich bin sehr gespannt, wie es an "normalen" Tagen wirkt.

Es war ein durch und durch schöner Tag! RN_18042 RN_18049 RN_18062

Wir konnten uns auch die Werkstatt ansehen. Der Schmied war bei der Arbeit. Es waren so so schöne Figuren ausgestellt!

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So einen Stuhl hätte ich auch gern!

RN_18204 RN_18206 RN_18248 RN_18256 RN_18263 Zum Schluss haben wir uns nach langem Hin und Her, doch noch getraut, eine Runde auf dem See zu drehen. Ich hatte es mir stressig vorgestellt mit Emma. Aber sie war so fasziniert, dass sie die meiste Zeit ganz ruhig auf meinem Schoß saß. RN_18322 RN_18323 RN_18340 RN_18357

Ich wünsche euch trotz Karneval, dass auch ihr einen Weg findet, innerlich zur Ruhe zu kommen.

1 Antwort

  1. Danke für deine Gedanken und eine tolle, erfüllte Zeit dir! Klingt richtig gut.
    (Die Fotos sind jedes Mal wunderschön!)

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