Mein Wort für 2018: M U T

In diesem Jahr stehen einige herausfordernde Dinge für unsere Familie an. Und dann habe ich mir auch noch ein paar hohe Ziele gesteckt. Eigentlich sind es Dinge, die ich schon lange tun will. Aber bisher... naja, es war immer etwas. Deshalb habe ich mich für MUT als mein neues Jahresmotto entschieden. Und nun verrate ich euch ganz mutig ein paar Vorsätze für 2018:

  • Ich möchte ein Kleingewerbe für Fotografie anmelden, damit ich die Anfragen annehmen kann, die ich hin und wieder bekomme. Es soll aber nur ganz klein sein, weil mein Fokus auf lily white und dem Schreiben liegt.
  • Mein Buch wird bald fertig sein. Irgendwann erzähle ich euch mehr dazu 🙂
  • Meine Ausbildung zur Beraterin bei BTS werde ich möglichst abschließen.
  • Und eine Fortbildung bei Hopes Angel beginnen (Begleitung von Eltern, die um ihr Baby trauern).
  • Wir werden im Sommer anfangen, unser Traumhaus zu bauen.

Manchmal habe ich den Eindruck, ich mache (zu) viele unterschiedliche Dinge - schreiben, fotografieren, referieren, beraten... Aber für mich passt das alles wunderbar zusammen. Als ich vor zwei Jahren von meinem Jahresmotto Dream schrieb, hatte ich genau diese Dinge vor Augen und begann die ersten Schritte zu gehen. Für manches war noch nicht die Zeit - Emma war ja auch noch nicht einmal ein Jahr alt -  vor anderen Dingen habe ich um ehrlich zu sein etwas Angst.

Furchtlos

Das Thema Angst beschäftigt mich in den letzten Wochen intensiv. Keine Sorge, ich leide nicht unter Angststörungen, sondern ich wurde zu einem Frauenfrühstück eingeladen, um über dieses Thema zu sprechen. Nun fallen mir immer wieder Situationen auf, in denen ich genau damit zu kämpfen habe. Dabei stehen die Angst vor Versagen und die Angst, es nicht allen recht zu machen ganz oben auf der Liste. In den vergangenen Jahren habe ich schon eine große Portion dieser Ängste ablegen können. Ich grüble nicht mehr darüber, was andere über mich denken oder wie sie etwas empfunden haben könnten. Ok, ich grüble kaum noch.

Nun habe ich zwei Möglichkeiten - und manchmal da möchte ich wirklich gern die erste davon wählen: Nichts mehr tun, bei dem ich versagen könnte = gar nichts tun.

Auf dem Wasser gehen

Oder aber: Ich lerne aus meinen Erfahrungen und gehe den nächsten Schritt - sei es auch nur ein kleiner. Das Was ist, wenn weicht dem Vertrauen darauf, dass Gott die richtigen Türen öffnen wird. Ich möchte seinem Weg, seinem Timing vertrauen. Durch unseren Samuel habe ich gelernt, dass ich nichts unter Kontrolle habe. Und der Versuch, es doch allein zu schaffen, ist zum Scheitern verurteilt. Deshalb bleibt nur das Vertrauen. Das Warten auf Gottes Weg. Das Loslassen des Gewohnten. Das Trotzdem.

Mut ist nicht die Abwesenheit von Angst - das haben wir alle schon gehört. Ich gehe also los, obwohl ich Angst habe. Aber ist Mut dann das Durchboxen der Ziele, bis man alles erreicht hat? Oder gibt es auch einen Mut, der nicht so draufgängerisch ist?

Ich glaube, es kann auch häufig Abwarten bedeuten. Und dann Losgehen, wenn Jesus sagt: "Komm, steig aus dem Boot. Du kannst auf dem Wasser gehen." Ob wir kurz danach sinken wir Petrus in Mat 14,22ff oder über den ganzen See spazieren, ist nicht entscheidend. Es geht um den Schritt aus dem Boot hinein ins Unbekannte, Unmögliche, Unrealistische. Ohne nach Hinten zu sehen oder auf die tobenden Wellen zu achten.

Das Rennen meines Lebens

Ich möchte aber auch nicht nach vorne schauen, wo die anderen zu sehen sind, die schon weiter gekommen zu sein scheinen. Die anderen laufen ihr eigenes Rennen, in ihrer eigenen Disziplin, in ihrem eigenen Tempo.

Ich möchte mein Rennen mutig antreten. Manchmal gleicht es eher einem Spaziergang, dann wieder einem steilen Berganstieg oder einem Marathon, für den ich viel Ausdauer brauche.

Wie dieses Jahr wird, weiß ich noch nicht. Aber ich weiß, dass einige aufregende Stationen auf mich warten. Ich sehe eine große weite Wiese, die mich erwartet, wenn ich mein Manuskript abgeschickt habe. Und im Spätsommer kommt ein hoher Berg auf mich zu, auf dem "Hausbau" steht. Aber auch diesen werde ich schaffen. Weil ich diesen Weg nicht allein gehe. Meine Familie. Freunde. Und mein Gott sind da. Und ein Schritt nach dem anderen werden wir auch diese Herausforderung meistern.

An das Unmögliche glauben

Ich möchte wie Petrus aus dem Boot steigen. An das Unmögliche glauben, weil ich einen Gott habe, der mir schon oft gezeigt hat, dass er unvergleichliche Superkräfte hat. Ich habe große Träume und lege mein ganzes Vertrauen in ihn. Ich steige aus dem Boot. Und dann... Dann zweifle ich an meinen Entscheidungen - War das wirklich richtig? - Was denken die anderen? - Jemand anderes ist besser dafür geeignet. - Ich schaffe das nicht... Und schon steht mir das Wasser wortwörtlich bis zum Hals.

Doch dann spüre ich einen festen Griff um mein Handgelenk. ER holt mich da wieder raus. Ein Blick in SEINE Augen genügt, um mein Vertrauen wieder zu gewinnen. Wir gehen gemeinsam weiter.

Zweifel und Ängste sind nicht das Problem. Erst, wenn wir ihnen Raum geben. Wenn wir ihnen erlauben, uns davon abzuhalten, den nächsten Schritt zu gehen. Ich habe so viele Zweifel, wenn es um die Fotogeschichte geht. Und Ängste bezüglich des Buches. Aber ich möchte nicht länger warten, weil ich gehört habe, wie er sagt: "Komm, steig aus dem Boot."

"Sei stark und mutig! Hab keine Angst und verzweifle nicht. Denn ich, der Herr, dein Gott, bin bei dir, wohin du auch gehst." (Josua 1,9, NL)

Natürlich ist das mein Vers für dieses Jahr. Immer wieder sehe ich diese Worte vor mir, höre sie in meinem Herzen. Wer nicht weiß, wer dieser Gott ist, wird darin keinen Mut finden. Aber ich weiß, dass dieser Ich-Bin viel größer und mächtiger und liebevoller ist, als ich mir vorstellen kann. Und deshalb bedeutet es einfach ALLES, wenn er sagt, dass er bei mir ist. Dann kann ich auch auf dem Wasser gehen.

Mutig komm ich vor den Thron

Ich hab keine Ahnung, wie sich das alles entwickeln wird - mein Blog, das Haus... Ich setze jetzt einen Fuß vor den anderen und werde sehen, was funktioniert und was ich nochmal überdenken muss. Hauptsache ich bleibe nicht stehen. Auch wenn manchmal warten angesagt ist. Ja, machmal geht es nicht voran. Doch 2018 scheint ein Jahr zu werden, in dem es so einige Schritte zu gehen gilt.

Zum Schluss lasse ich euch noch meinen Ohrwurm da...

Foto: Mel Erdmann

6 Antworten

  1. Du sprichst mir so aus der Seele! Viel mag ich dazu jetzt noch nicht sagen, aber auch auf mich kommen dieses Jahr so einige Glaubensschritte zu. So tut es zumindest gut zu wissen, dass es anderen auch so geht. Danke dir.

    • Ach das hört sich spannend an! Ja, wir sind nicht allein 🙂

  2. Ich kenne das Gefühl, das man mein es passt alles nicht zusammen und ist vielleicht auch zu viel. Ich habe ähnliche Ziele für dieses Jahr Ich möchte ein Kleingewerbe für Seelsorge anmelden, wenn ich die Ausbildung beendet habe (auch ein Ziel) und sich alles so fügt und Gottes Plan ist, wie ich es mir denke. Derzeit liegt mein Fokus auf dem Blog und dem Schreiben allgemein. Ich überlege an einem Buch. Viele Seiten schrieb ich über die Jahre schon, seid letztem Jahr “passt alles zusammen”, es fällt mir derzeit noch schwer alles in einem Zusammenhang zu schreiben. Vielleicht bin ich noch zu nah dran.
    Mein weitere Fortbildung ist das K5 Leitertraining im Forum Wiedenest ,welches ich neben der Ausbildung zur Seelsorgerin mache.
    Mein Traumhaus (Amerikahaus) habe ich schon. Dafür danke ich dem Herrn, denn ich fühle mich sehr wohl darin, kann mich zurück ziehen und entspannen, vor allen Dingen wenn die Herausforderungen meiner chronischen Krankheiten sich melden und ich wieder mal vieeeel Ruhe brauche. Danke, das du uns ein Stück weit mit in dein Leben nimmst, herzliche Grüße und viel Segen vom Herrn, deine Sandra aus dem Sommerzimmer

    • Liebe Sandra, ich weiß, dass du mich verstehst 😉 Ich finde es so mutig von dir, dich als Seelsorgerin selbstständig zu machen und wünsche dir viel Segen für diesen Weg! Ich freu mich auf ein Wiedersehen! Regina

  3. Vielen Dank für diese Worte! Das hat mich ermutigt, als hättest du das nur für mich geschrieben, denn ich stehe auch vor einem großen Schritt. Petrus, der sich aufs Wasser traut, ist mir gerade erst vor ein paar Tagen “begegnet”… Liebe Grüße, Martha

    • Liebe Martha, ich wünsche dir ganz viel Segen und eine besondere Gottesnähe, während du auf dem Wasser gehst. Alles Liebe, Regina

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