Mit Kindern durch Israel – Erster Flug und Tel Aviv

Abenteuer Fliegen

Endlich hebt das Flugzeug ab. Wir verlassen den Erdboden, um den Wolken entgegenzueilen und schließlich in ihnen zu verschwinden. Wie von Zuckerwatte umgeben fliegen wir unserem Ziel entgegen. Nicht nur die Kinder waren aufgeregt, sondern auch ich. Alex und ich sind vor neun Jahren zum letzten Mal geflogen und ich liiiiebe es. Ich hätte die ganze Zeit aus dem Fenster sehen können, wären da nicht die kleinen, süßen Menschchen, die einen guten Blick und meine volle Aufmerksamkeit einfordern.

Ben war ausgestattet mit einem neuen Buch und zwei Lustigen Taschenbüchern. Hannah hat sich riesig über ihr Sticker-Malbuch und ein Erstleserheft gefreut und Emmi ging ebenfalls im Klebefieber auf. Jedoch nicht ohne zwischendurch immer wieder etwas essen oder trinken zu müssen. Oder kuscheln oder auf die Toilette. Oder oder 🙂

In Istanbul hatten wir einen dreistündigen Zwischenstopp. Burger und Starbucks halfen uns beim Überbrücken der Zeit. Bevor wir in das Flugzeug nach Israel steigen durften, wurden wir noch einmal gründlich kontrolliert. Schuhe ausziehen, abtasten, Taschen durchsuchen lassen. Im Gegensatz zum Bodenpersonal waren die Flugbegleiter überaus freundlich. Besonders zu unseren blonden Kindern. Denn das haben wir sehr schnell gemerkt: Unsere Kinder sind eine Sensation überall, wo wir auftauchen. "You have beautiful children!" - Ja, das wissen wir. Doch Emma war diese Aufmerksamkeit sehr unangenehm, vor allem, weil viele Leute meinten, sie anfassen zu dürfen.

Ein holpriger Start

Schließlich waren wir da. Ich fand den Flughafen von Tel Aviv einfach schön. Ich freute mich wie ein kleines Kind darüber, endlich im Holy Land zu sein! Bis wir dieses genießen konnten, sollte es allerdings noch etwas dauern. Eine geschlagene Stunde mussten wir auf unseren Mietwagen warten.

Es war bereites Mitternacht, als wir in die Straße unseres Appartements einbogen. Es war ein Schock, als wir feststellten, dass wir in dieser Partystraße würden übernachten müssen. Es gab keine Parkplätze. Glücklicherweise fand Alex bald ein Parkhaus in der Nähe, das uns zwar extra Geld kostete, doch einige Nerven sparte. Also wanderten wir mit Kindern und Koffern zwischen den feiernden Menschen hindurch, bis wir vor unserer Apartmenttür standen, das durch einen Code geöffnet werden musste. Doch leider schlugen die ersten Versuche fehl. Um uns herum tobte das Leben mitten in der Nacht. Ein Club war an den nächsten gereiht. Die Musik dröhnte in unsere übermüdeten Köpfe und nun standen wir verloren vor dieser heruntergekommenen Tür und kamen nicht hinein. Alex sah sich auch die anderen Mails des Besitzers an und fand noch einen anderen Code, der uns schließlich in ein verwahrlostest Treppenhaus brachte. Das Apartment selbst schien auf den ersten Blick in Ordnung, was an der stylischen Einrichtung lag, nicht aber an guter bzw. ausreichender Ausstattung. Unser Großen hatten Probleme einzuschlafen, da die Musik sehr laut und die Fenster undicht waren, aber bald hielt und nichts mehr davon ab, in das Land der Träume zu gleiten.

Ich, die schon in der Nacht vor unserem Flug schlecht geschlafen hatte, wachte viel zu früh auf. Gefühlt war es schon mindestens 9 Uhr, doch als ich mich irgendwann doch noch durchrang, mein Handy zu holen, sagte mir die 7:31, dass ich noch versuchen sollte zu schlafen. Dies gelang mir jedoch nicht. Eine halbe Stunde später wachte auch der Rest der Abenteurer auf. Alex machte sich mit den Kindern auf, um uns in einem Supermarkt Frühstück zu besorgen. Und dann konnte unser Urlaub endlich beginnen.

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Jaffa

Wir hatten drei Ziele in Tel Aviv: Jaffa, ein Markt und der Strand. Und genau für diese Reihenfolge entschieden wir uns auch. Wir fuhren in die Altstadt und schon auf dieser Strecke wurde uns bewusst, dass die Gepflogenheiten auf israelischen Straßen etwas anders sind als die uns bekannten. Roller und Elektrobikes zwängten sich in jede mögliche und unmögliche Lücke. Autos wenden auf der Straße, egal ob sie jemanden behindern oder nicht. Wer Vorfahrt hat, scheint auch keine Rolle zu spielen. Und dass das Hupen zum guten Ton auf der Straße gehörte, wussten wir ja bereits von letzter Nacht, als uns die unterschiedlichsten Tröten in den Schlaf begleitet hatten.

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Endlich erblickten wir die Weite des Meeres. Wunderschön. Diese Weite fasziniert mich jedesmal aufs Neue.

Wir schlenderten in Richtung Altstadt und kamen an vielen Booten, Anglern und Malern vorbei.  RN_14690 RN_14691 RN_14700 RN_14706 RN_14721

Jaffa ist genauso wie ich alte Städte liebe. Enge Gassen aus gelbem Stein, schöne Türen und knallige Blumen. Wir gingen durch einen kleinen Park, an einem Flohmarkt vorbei und dann auf der Promenade wieder zurück.

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Die Mädchen haben endlich ein Stückchen Schatten gefunden.

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Unterwegs kamen Müdigkeit und Hunger immer mal wieder durch und wir bemühten uns, die gute Laune nicht zu verlieren. Wir machten uns auf den Weg zum Markt. Dort  würden wir sicher einige Leckereien finden. Wenn wir doch nur bis dahin kommen würden. Es war kein Durchkommen, geschweige denn ein Parkplatz frei. Schließlich beschlossen wir, es später auf einem anderen Markt zu versuchen. Ein kleines Stück Pizza besänftige die Bäuche der Großen. Emmi war längst eingeschlafen. Sie schlief tief und friedlich im Apartment weiter und holte den Schlaf der vergangenen Nacht nach. Ich legte mich daneben und genoss die Ruhe. Hannah malte, Ben las und Alex schloss ebenfalls die Augen. Das hatten wir alle bitternötig, jeder auf seine Weise.

Unsere Mittagspause war länger als geplant und uns wurde plötzlich bewusst, dass es Freitagnachmittag war und der Sabbat bald beginnen würde. Wir beeilten uns, noch rechtzeitig am Markt zu sein, um dann einzusehen, dass wir dort lediglich Trockenobst, Nüsse und Gewürze bekommen würden. Eigentlich lecker, aber nicht das Richtige, wenn man hungrig ist.

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Sabbat am Strand

Also kauften wir uns eine Kleinigkeit im Supermarkt und machten uns endlich auf den Weg an den Strand, genauer gesagt an den Banana Beach, denn ich hatte gelesen, dass dort am Nachmittag Trommeln und Drums den Sabbat begrüßen würden. Und so war es auch: Eine Gruppe von Männern, jung und alt, saßen zusammen und machten stundenlang gemeinsam Musik. Um sie herum saßen viele Zuhörer, die diese lockere und gemütliche Atmosphäre genossen. Wir gingen aber schnell weiter zum Strand, die Kinder konnten es einfach nicht erwarten, in die salzigen Wellen zu springen. Mein Fotografenherz bereute es, die Kamera nicht mitgenommen zu haben. Aber als Mutter hatte ich diese Entscheidung ganz bewusst getroffen, denn ich hätte sie nicht unbeobachtet liegen gelassen. Nun waren wir aber alle fünf im Wasser und hüpften miteinander durch das kühle Nass. "Komm, Wellichen!", rief Hannah, die den ganzen Tag im Wasser bleiben würde. Emma hatte so viel Spaß dabei, ihre wilden Geschwister zu beobachten, dass sie lauthals lachte. Es war perfekt. Die Enttäuschung vom Nachmittag über den verpassten Markt war vergessen. Alles, was zählte, war dieser Moment.

Da wir spät dran gewesen waren, mussten wir die Kinder aber bald aus dem Wasser holen und sie trocken rubbeln. Dies stieß auf wenig Begeisterung, doch der Sandberg hinter uns brachte wieder jede Menge Abenteuerlust und Gelächter zum Vorschein. Während Alex mit den Kindern tobte, genoss ich die Weite des Meeres und den freundlichen Wind. Der Himmel färbte sich vom warmen Rosa in kräftiges Orange und ich beobachtete die klare Sonne, wie sie sich dem Horizont näherte, ihn küsste und schließlich in ihm versank.

(Manchmal dürfen es auch Handy-Bilder sein.)

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Regungslos stand ich auf den Felsen und beobachtete diese Schönheit. Ein Kuss von Gott. Für mich und alle anderen Menschen. Wie froh ich bin, hingesehen zu haben.

Satt, müde und glücklich

Der krönende Abschluss für diesen Tag war ein so so leckeres Essen! Der Weg vom Parkhaus zum Apartment führte uns durch eine Passage mit verschiedensten Verköstigungsmöglichkeiten. Dort gab es einen südafrikanischen Stand. Ich war so hin und weg von diesem Essen! Am liebsten würde ich noch einmal dorthin und dasselbe bestellen. Zu spät hatte ich daran gedacht, es zu fotografieren, da ich dies nie tue. Aber daran hätte ich mich gern erinnert. Zum Nachtisch gab es noch eine fluffige Waffel mit Nutella und allerlei Süßigkeiten darin. Diese Köstlichkeit hatte die Kinder schon lange angelacht.

Satt und glücklich schliefen die Kinder irgendwann ein. Alex und ich wenig später auch. Am Ende des Tages bleiben die schönen Erinnerungen, während der Stress und die Müdigkeit verblassen. Das war mir schon im letzten Jahr in Frankreich aufgefallen. Und nun sehe ich es wieder.

Diese Nacht war wesentlicher ruhiger als unsere erste in Tel Aviv. Dennoch freuten wir uns darauf, am nächsten Morgen weiterzufahren. Dann würden wir das wahre Israel kennenlernen, so hatte ich das Gefühl. Ich konnte immer noch nicht fassen, dass wir wirklich dort waren!!

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4 Antworten

  1. Wirklich toll geschrieben Regina! Sehr interessant 🙂

  2. Sehr schöne Bilder. Wir waren in diesem Sommer auch in Israel, ein beeindruckendes Land. Ein Land voller Beweise, dass die Bibel glaubwürdig ist.
    Liebe Grüße Elisabeth

    • Ja, es ist wirklich ein tolles Land! Man erlebt und liest die Bibel nun ganz anders. Alles Liebe, Regina

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