Trauernde Kinder

Kinder trauern, aber anders als Erwachsene. Ich bin kein Experte, aber ich fasse hier einige Punkte zusammen, die uns im Umgang mit unseren Kindern wichtig geworden sind.

11 Wege, Kindern in ihrer Trauer zu helfen

  1. Kinder müssen wissen, warum die Eltern traurig sind, damit sie sich nicht ausgeschlossen fühlen oder sogar die Schuld bei sich suchen.
  2. Sie haben das Recht auf Informationen und ehrliche Antworten auf ihre Fragen. Da ist ein Mensch gestorben - nicht "friedlich eingeschlafen" oder "heimgegangen". Es werden Fragen auftreten, die man gern mit "Das verstehst du noch nicht" beantworten würde. Doch es ist ganz wichtig, den Kindern zu signalisieren, dass sie mit all ihren Fragen, Gedanken und Gefühlen zu uns kommen können und wir sie ernst nehmen.
  3. Sie müssen wissen, dass sie auch traurig sein dürfen. Auch wenn sie im Kleinkindalter eher den Schmerz der Eltern spiegeln, müssen auch sie Raum für ihre Tränen haben.
  4. Ihre Trauer drückt sich anders aus als bei Erwachsenen, manchmal durch auffälliges Verhalten, manchmal durch Rückzug. Hier brauchen wir Geduld und vertraute Abläufe im Alltag, die dem Kind Sicherheit geben.
  5. Sie trauern ihrem Alter entsprechend. Je älter die Kinder werden, desto bewusster wird ihnen, was bzw. wer ihnen fehlt und das müssen sie verarbeiten. Deshalb trauern sie in Schüben bis ins Erwachsenenalter hinein.
  6. Sie lernen von uns, wie man mit Trauer umgeht und das stellt die Weichen für ihre eigene Trauerbewältigung. Deshalb dürfen wir unsere Trauer offen ausdrücken und unsere Tränen zeigen.
  7. Gemeinsame Rituale verbinden, z.B. das Grab besuchen, Andenken kreieren, am Abend einen Kuss in den Himmel schicken... Das spielt bei uns besonders an Samuels Geburtstag eine große Rolle und auch an Weihnachten haben wir unsere Traditionen entwickelt.
  8. Die Kinder sollten auf alle Fälle die Möglichkeit haben, die Beerdigung zu besuchen. Unserer Erfahrung nach - und das habe ich auch häufig bei Experten gelesen - ist das ein wichtiger Schritt in der Trauerbewältigung für sie. Hier können sie auch etwas zum Abschied in das Grab werfen.
  9. Sie brauchen die Freiheit, selbst zu entscheiden, ob sie später das Grab besuchen oder wie offen sie mit der Situation umgehen möchten. Wir wollten unseren Kindern nichts vorschreiben, haben aber bald gemerkt, dass sie sehr natürlich und direkt von ihrem verstorbenen Bruder erzählen.
  10. Unseren Kindern ist es sehr wichtig, dass auch in ihrem Zimmer ein Foto ihres Bruders hängt. Wenn es keine Bilder geben sollte, kann es auch ein Symbol oder eine Figur tun. Ben hat eine Figur von Willow Tree , die "Brothers" heißt und Hannah haben wir eine Kette geschenkt, die Fotos von ihren Brüdern enthält (Emmi war noch nicht auf der Welt).
  11. Hannah malt Bilder, Ben schreibt inzwischen seine Erfahrungen auf. Diese kreativen Wege können ihnen helfen, das auszudrücken, was sie nicht aussprechen können.

Auf dieser Seite gibt es ausführliche Informationen zu diesem Thema: www.kindertrauer.info

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