Trauernden (Eltern) helfen

Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie hilflos man sich gegenüber tiefer Trauer eines anderen Menschen fühlt. Man möchte das Richtige sagen, etwas Gutes tun, aber weiß nicht was. Trauernde Menschen sind sehr sensibel und dabei ist noch nicht einmal jeder gleich. Was dem einen hilft, kann der andere als Angriff auffassen. Ich gebe hier einige Dinge weiter, die wir als hilfreich bzw. unpassend empfinden.

10 Dinge, die du NICHT tun solltest

  1. Nichts sagen, den Trauerfall ignorieren.
  2. Kluge Ratschläge weitergeben statt Raum für Gefühle zu lassen.
  3. Den Schmerz eines Menschen mit dem Schmerz anderer vergleichen oder die Art der Trauer zu verurteilen.
  4. Sätze sagen wie: „Ihr seid ja noch jung.“ „Ihr habt ja noch zwei Kinder.“ „Zeit heilt alle Wunden.“ „Du musst nach vorne sehen.“  „Wenigstens…“
  5. Den Schmerz "vergeistlichen". „Es hat einen Grund.“ „Das war Gottes Wille.“ Auch Menschen, die ein tiefes Vertrauen in Gott haben, dürfen trauern, fragen und klagen.
  6. Abweisung persönlich nehmen.
  7. Alle Entscheidungen abnehmen. Hilfe bei der Organisation der Trauerfeier und anderen Dingen ist wichtig, aber immer gemeinsam mit den Trauernden.
  8. Die eigenen Tränen verstecken. Es tut gut zu sehen, dass auch andere um das eigene Kind trauern.
  9. Den Vater vergessen. Häufig wird nur nach dem Ergehen der Mutter gefragt, aber der Vater leidet genauso sehr, wenn auch auf seine eigene Weise.
  10. Vorstellungen und Erwartungen davon haben, wie Trauer abläuft und wie lange sie andauert.

10 Dinge, die Trauernden helfen

  1. Praktische Hilfe. Gerade am Anfang ist praktische Hilfe sehr wichtig. Aber nicht sagen: "Meldet euch, wenn ihr was braucht." - Es fehlt die Kraft. Natürlich sollte man ein Nein akzeptieren, aber nicht zu vorsichtig fragen, weil man ja sowieso das Gefühl hat, anderen eine Last zu sein.
  2. Da sein. Den Schmerz und die Tränen aushalten, ohne immer etwas sagen zu müssen. Zuhören. Raum geben für Zweifel, Fragen und Schreien.
  3. Umarmungen sind wie Balsam. Oder eine Hand auf die Schulter eines Trauernden zu legen.
  4. Etwas sagen wie: „Es tut mir so leid.“ „Das muss schwer für euch sein.“ „Erzähl mir von ihm.“ „Was vermisst du am meisten.“ „Er fehlt mir auch.“ „Lasst euch Zeit.“ „Ich weiß nicht, was ich sagen soll."
  5. Für und mit den Trauernden beten.
  6. Eine Karte mit persönlichen Worten oder ein passendes Buch zuschicken.
  7. An den Geburtstag und den Todestag des Kindes denken.
  8. Den Namen des Kindes aussprechen. Über ihn sprechen, ohne sich dafür zu entschuldigen.
  9. Zeit geben. Die Trauer um ein Kind wird nie aufhören, aber die Eltern werden mit der Zeit lernen, sie in ein neues Leben zu integrieren. Wie lange sie dafür brauchen, kann niemand vorhersehen und niemand vorschreiben.
  10. Ein Andenken schenken - mit dem Namen des Kindes oder mit einem Symbol.