Wenn du heute stirbst

Jetzt mal ehrlich...

Wir wissen es alle. Doch niemand von uns gibt es gerne zu. Selbstverständlich ist es uns irgendwie bewusst. Aber wir sind Profis darin, es einfach zu ignorieren. Wir leben so, als sei es nicht wahr, denn wir hängen an der vermeintlichen Kontrolle, mit der wir unser Leben planen, gestalten und uns darin verwirklichen. Der Tod hat darin keinen Platz. Doch Tatsache ist: Wir werden alle eines Tages sterben.

Heute rede ich nicht vom Tod anderer, der uns den Boden unter den Füßen entreißt und uns zu Staub zermalmt. Auch diesen möchten wir nicht wahrhaben. Ich denke, es ist wichtig, die Balance zu finden zwischen dem Bewusstsein, dass jeder Abschied von unseren Liebsten der letzte sein könnte, und dem Loslassen unserer Ängste und unseres Missverständnisses, wir könnten unserem Leben oder dem anderer auch nur einen Tag hinzufügen.

Eines Tages - heute, morgen oder irgendwann

Meine eigene Sterblichkeit. Was macht sie mit mir? Als ich diese Frage vor einem Jahr im Rahmen meiner Fortbildung schriftlich beantworten musste, dachte ich erstmal: Kein Problem für mich. Ich weiß, dass der Tod der Beginn eines noch viel, viel schöneren Lebens ist. Ich werde Jesus sehen und Samuel umarmen. Ich freue mich darauf. Doch je tiefer ich mich auf diese Frage eingelassen habe, desto mehr spürte ich noch andere Gefühle in mir aufsteigen.

Fürchte dich nicht

Doch ist das wirklich nötig? Müssen wir uns mit dieser Frage auseinandersetzen? Und das auch im Frühling, wenn die Natur zu neuem Leben erwacht?

Ja!

Neue Chancen für ein bewusstes Leben. Dieses gelingt nur, wenn wir uns unserer Sterblichkeit bewusst sind. Die Auseinandersetzung mit dem Tod - dem eigenen und dem anderer - hilft uns, das Leben besser zu verstehen. Ich möchte mich reflektieren, über mich hinauswachsen und schließlich ganz ich sein. Das kann ich nicht, wenn ich die Zerbrechlichkeit meines Daseins ignoriere.

Ich plädiere nicht dafür, dass wir in eine Endzeitstimmung verfallen und uns verrückt machen. Viel mehr geht es darum, das volle Leben auszuschöpfen und das gelingt am besten, wenn wir sein Ende nicht im Hinterkopf sondern vor Augen haben.

Was meinst du?

Nun würde ich nur zu gern wissen, was du darüber denkst? Bevor ich dir erzähle, was ich beim Gedanken an meinen Tod empfinde, würde ich gern wissen, wie es dir damit geht? Nicht spontan, sondern wenn du dir Zeit nimmst, um dir wirklich Gedanken zu machen. Was sind deine Gefühle? Hast du Ängste? Bedauern? Oder bist du vielleicht schon ganz angekommen in einem Leben, das jeden Augenblick bewusst wahrnimmt und wieder abgibt? Dann erzähl mir gerne, wie dein Weg dahin war, denn ich habe da noch ein paar Kämpfe auszufechten...

2 Antworten

  1. Liebe Regina,
    da hast Du ein schweres Thema aufgegriffen.
    Wenn wir sterben, wollen wir zu Jesus. Wie Er es verheißen hat.
    Aber wenn das wirklich konkret wird, weiß ich nicht, ob ich mich darauf freuen kann. Werde ich nicht Angst vor dem haben, wie der Sterbeprozess sein wird? Angst vor Schmerzen, dem Loslassen, dem Unbekannten? Werde ich ungeduldig sein, bis ich Jesus wirklich sehe? Oder werde ich in Sorge sein, ob meine Schuld wirklich alle vergeben sein wird?
    Ich kann es mir kaum vorstellen, wie es sein wird. Ich wünsche mir sehr, dass ich mich dann geborgen, geliebt und von Jesus erwartet fühle!

    Danke für Deinen Blog!
    Tina

  2. Wow, sehr bewegend.
    Bin sprachlos

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